Speisekarte schreiben: 12 clevere Tipps

Icon DISH Social Media Profile Picture 500x500
DISH
31 Oktober 2022
Zuletzt bearbeitet am 25 Juni 2026
Lesezeit 8 Min

Beim Schreiben deiner Speisekarte geht es nicht nur um die Auflistung deiner Speisen. Sie ist ein wichtiges Aushängeschild und repräsentiert das Konzept sowie das Image deiner Gastronomie – ähnlich wie eine Visitenkarte. Mit einer gut geschriebenen und gestalteten Speisekarte sorgst du für zufriedene Gäste. Was ist dabei wichtig? Wir haben die 12 besten Tipps für das Erstellen einer Speisekarte für dich.

Speisekarte 1

Orientiere dich an deinem Gastro-Konzept – die Basis deiner Speisekarte

Wenn du Menükarten schreibst, sollten diese mit deinem Gastro-Konzept übereinstimmen. Eine Speisekarte, die nicht zum Rest deines Betriebes passt, lässt deine Speisen schnell weniger stimmig wirken. Lege dich auf ein Konzept fest, bevor du mit dem Schreiben der Speisekarte beginnst.

Plane vorab, welche Speisen du anbieten möchtest

Eine Speisekarte ist nicht in Stein gemeißelt und wird sich mit großer Sicherheit im Laufe der Zeit ändern. Trotzdem solltest du dir Gedanken über den Inhalt machen, bevor du ans Design gehst. Liste sämtliche Speisen und Getränke auf, die du anbieten möchtest – von Vorspeisen bis zu den Desserts.

Achte darauf, dass dein Angebot weder zu klein noch zu groß ist. Ein zu kleines Angebot bedient eventuell nicht alle unterschiedlichen Geschmäcker deiner Gäste. Ein zu großes Angebot erschwert die Entscheidung deiner Gäste und die Zubereitung in der Küche.

Außerdem ist wichtig, dass du eine Speisekarte erstellst, deren Zutaten in dein Budget passen. Plane auch saisonale Verfügbarkeiten, Lagerung und mögliche Preisschwankungen ein.

Digitale Speisekarte erstellen oder ausdrucken

Nun geht es um das Design deiner Speisekarte. Überlege zuerst, ob du eine digitale Speisekarte erstellen oder eine ausgedruckte Variante wählen möchtest. Digitale Speisekarten können über einen QR-Code abgerufen werden.

Unabhängig davon, ob du eine digitale oder gedruckte Speisekarte nutzt, müssen Preise in einem Preisverzeichnis angegeben werden. Zusätzlich muss neben dem Eingang ein Preisverzeichnis mit den Preisen der wesentlichen angebotenen Speisen und Getränke einsehbar sein.

Grundsätzlich sollte das Design, einschließlich Schriftart und Farben, zu deinem Restaurant und den angebotenen Speisen passen. Wenn du eine Spezialität des Hauses hast, gestalte das Layout so, dass sich die Aufmerksamkeit der Gäste darauf richtet. Das Gleiche gilt für besonders profitable Speisen: Platziere sie beim Menüschreiben zum Beispiel auf einer strategisch guten Seite.

Deine Speisekarte sollte auch online abrufbar sein. Wichtig ist, dass Gäste sie schnell auf deiner Website finden.

Bestandteile der Gerichte übersichtlich aufführen

Denk daran, deine Speisen so klar und gut wie möglich zu beschreiben und alle Bestandteile übersichtlich aufzuführen. Das gilt vor allem für fremdsprachige Speisen, wie „Spaghetti Carbonara“ oder „Spaghetti aglio e olio“, deren Zutaten sich für manche Gäste nicht unbedingt selbst erklären. Du kannst bei der Auflistung auch gern die Besonderheiten bestimmter Gerichte betonen. Statt „Hüftsteak“ könnte es dann „Butterzartes Hüftsteak von regional gehaltenen Freilandrindern“ heißen.

Kennzeichnung der Ernährungsformen

Vegetarisch, vegan, glutenfrei, laktosefrei oder proteinreich: Das Thema Ernährung ist für viele Gäste wichtig. Mit deiner Speisekarte solltest du deinen Gästen schon auf den ersten Blick Sicherheit bieten, welche Gerichte zu ihren Bedürfnissen passen. Du musst nicht jeden Ernährungstrend mitmachen, aber die wichtigsten Ernährungsformen und Unverträglichkeiten verständlich kennzeichnen.

Die jeweiligen Gerichte können zum Beispiel mit eigenen Symbolen gekennzeichnet werden. Achte dabei darauf, dass du die Symbole direkt auf der Karte erklärst. So vermeiden deine Gäste Rückfragen und dein Serviceteam kann klarer beraten.

Verwende Angaben wie „glutenfrei“ oder „laktosefrei“ nur, wenn du Rezeptur, Zutaten und mögliche Kreuzkontakte sicher geprüft hast. So schützt du deine Gäste und vermeidest missverständliche Aussagen auf deiner Speisekarte.

Kennzeichnungspflicht berücksichtigen

Gastronomiebetriebe, die Speisen und Getränke anbieten, müssen bestimmte Inhaltsstoffe kennzeichnen, unabhängig davon, ob sie ihre Speisekarte selbst erstellen oder erstellen lassen. Besonders wichtig sind Allergene und Zusatzstoffe. Die 14 wichtigsten Allergene müssen gut sichtbar, deutlich und gut lesbar angegeben werden.

Hierfür bietet es sich an, die Speisen auf der Karte mit Fußnoten zu versehen und am unteren Ende oder auf der letzten Seite alle relevanten Inhaltsstoffe aufzulisten. Dazu gehören zum Beispiel glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie und Senf. Wichtig ist außerdem, dass du Angaben aktualisierst, wenn sich Rezepte, Zutaten oder Lieferanten ändern.

Mehr Details über weitere behördliche Auflagen in der Gastronomie erhältst du in unseren Blogartikeln.

Preise weder zu hoch noch zu niedrig ansetzen

Die Preisgestaltung ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg deines Betriebes. Auch hier gilt es, eine Balance zu finden. Schreibst du eine Speisekarte mit niedrigen Preisen, machst du keine oder niedrige Gewinne. Eine Speisekarte mit hohen Preisen könnte weniger Gäste anziehen.

Eine gewinnbringende Speisekarte zu schreiben, die deine Gäste begeistert, richtet sich nach deinen individuellen Kosten- und Preiskalkulationen. Diese Faktoren spielen außerdem eine wichtige Rolle:

  • Die Preise deiner unmittelbaren Konkurrenz: Prüfe, wie vergleichbare Betriebe in deiner Umgebung kalkulieren.
  • Die Qualität der Speisen: Hochwertige Zutaten, Handwerk und Service dürfen sich im Preis widerspiegeln.
  • Dein Gastro-Konzept: Ein Fine-Dining-Restaurant kalkuliert anders als ein Imbiss oder Café.
  • Die Einkommensverhältnisse an deinem Standort: Achte darauf, welche Zahlungsbereitschaft deine Zielgruppe hat.
[infobox]

Gut zu wissen: Einige bewährte Techniken aus der psychologischen Preisgestaltung können dir dabei helfen, die Speisekarte zu optimieren und höhere Umsätze zu erzielen. Kennst du zum Beispiel den Anker-Effekt? Er beruht darauf, dass Menschen sich bei Entscheidungen von Vergleichswerten beeinflussen lassen.

Führe daher deine teuersten Gerichte oder Weine gut sichtbar auf. Dieser Anker beim Lesen sorgt dafür, dass dahinterstehende preiswertere Gerichte günstiger erscheinen. Sortiere aber deine Speisekarte nicht durchgängig von teuer zu günstig, da sich deine Gäste dann nur noch auf den Preis konzentrieren. Mische teure und günstigere Gerichte, um den Preisvergleich zu erschweren.

Ebenfalls hilfreich: keine runden Summen nennen. Preise wie 9,80 Euro statt 9,99 Euro wirken oft seriöser. Auch solltest du auf das Euro-Zeichen bei der Preisauszeichnung verzichten. Deine Gäste empfinden weniger „Zahlungsschmerz“ und sind eher bereit, mehr Geld auszugeben. Um die rechtlichen Bestimmungen zu wahren, solltest du aber in der Fußzeile die Notiz „Preise in Euro“ aufführen.

[/infobox]

Preisangabenverordnung berücksichtigen

Die Preisangabenverordnung regelt, was die Gastronomie beim Erstellen der Speisekarte hinsichtlich der Preise beachten muss. Wichtig ist, dass alle Preise transparent dargestellt werden. Für konkrete Speisen und Getränke müssen Endpreise klar und eindeutig angegeben werden. Formulierungen wie „ca.“ oder „ab“ solltest du auf der Speisekarte vermeiden, wenn dadurch der tatsächliche Preis unklar bleibt.

Wenn du Rabatte oder Pfand anbietest, weise separat darauf hin. Alle Zuschläge wie die Mehrwertsteuer müssen im Preis bereits enthalten sein. Grundlage für die Preisbestimmung ist eine sorgfältige Kalkulation der Speisen und Getränkepreisen.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie wieder der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent. Getränke werden in der Regel weiterhin mit 19 Prozent besteuert. Prüfe deshalb auch deine Online-Speisekarte, QR-Menüs, Lieferplattformen und dein Kassensystem, damit Preise und Steuersätze korrekt hinterlegt sind.

Hochwertige Bilder aussuchen

Das Auge isst bekanntlich mit. Daher solltest du daran denken, auch Bilder einzufügen, sofern es das Design zulässt. So wertest du den Gesamteindruck deines Restaurants auf und erleichterst die Entscheidung deiner Gäste.

Achte darauf, nur hochwertige Fotos zu verwenden. Eventuell musst du hierfür in professionelle Fotografie investieren. Besonders wichtig sind gutes Licht, echte Gerichte aus deinem Betrieb und eine Bildsprache, die zu deinem Konzept passt.

Auf gute Lesbarkeit achten

Eine Speisekarte muss gut zu lesen sein, daher sollte die Schriftgröße mindestens 12 Punkte betragen. Verwende eine normale Schriftart und keine stark verschnörkelten Schriften. Deine Gäste sollen Gerichte, Preise und Hinweise schnell erfassen können.

Auch ein guter Kontrast von Schrift und Hintergrund ist wichtig: Am besten lassen sich dunkle Buchstaben auf hellem Hintergrund lesen. Zudem solltest du immer einen Check auf korrekte Rechtschreibung machen.

Tipp: In touristischen Gegenden und Großstädten ist es von Vorteil, wenn du deine Speisekarte auch auf Englisch bereitstellst.


 Frau mit Speisekarte

 

Die Basics nicht vergessen

Es klingt erstmal nach einer Selbstverständlichkeit, aber händige deinen Gästen nur saubere Speisekarten aus. Denn deine Gäste ziehen schnell Rückschlüsse vom Zustand der Karte auf die Qualität deines Essens. Schmutzige und klebrige Speisekarten sind daher tabu.

Zudem solltest du darauf achten, dass dein Serviceteam jedem Gast zeitnah eine Speisekarte aushändigt. Die Karte sollte jederzeit verfügbar sein, auch nach der Bestellung. Bewährt hat sich die Lösung, auf jedem Tisch mindestens eine Speisekarte zu belassen oder eine digitale Version per QR-Code gut sichtbar bereitzustellen.

Wissenswerte Infos für deine Gäste hinzufügen

Wenn du auf deiner Speisekarte noch Platz hast, kannst du sie um weitere Informationen ergänzen, die die Wartezeit deiner Gäste verkürzen. Eine gute Idee sind zum Beispiel kurze Textabschnitte über deine Speisen und Gerichte mit Hintergrundinformationen, woher sie kommen und wie sie entstanden sind. Auch die Entstehungsgeschichte deiner Gastronomie oder Informationen über dich können das Gesamtbild deiner Speisekarte positiv abrunden.

Besonders hilfreich sind Hinweise zu regionalen Zutaten, saisonalen Angeboten oder besonderen Zubereitungsarten. Achte aber darauf, dass diese Angaben stimmen und regelmäßig aktualisiert werden.

[infobox]

Hinweis: Für die kommenden Jahre kann außerdem die Tierhaltungskennzeichnung für Speisekarten relevant werden. Nach aktuellen Plänen soll die staatliche Tierhaltungskennzeichnung ab Anfang 2027 auf Teile der Gastronomie ausgeweitet werden. Prüfe deshalb frühzeitig, ob dein Betrieb betroffen sein könnte.

[/infobox]

Fazit

Deine Speisekarte ist ein Medium, mit dem alle deine Gäste in Berührung kommen. Kümmere dich nicht nur um Erstellung und Aufbau, wenn du gerade ein Restaurant übernimmst oder eröffnest. Achte beim Schreiben deiner Speisekarte darauf, dass sie klar aufgebaut ist, die rechtlichen Vorgaben einhält und sich auf das kulinarische Erlebnis konzentriert.

Mit unseren Tipps erstellst du eine Speisekarte, die zu deinem Konzept passt, deine Gäste informiert und deinen Umsatz unterstützen kann. Prüfe deine Karte regelmäßig: Preise, Allergene, Zusatzstoffe, Steuersätze und Online-Versionen sollten immer auf dem aktuellen Stand sein.

Icon DISH Social Media Profile Picture 500x500

DISH

Dein digitaler Partner