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Fachwissen

Steuern in der Gastronomie: Finanzen richtig kalkulieren

DISH
November 2022

Steuerunterlagen und Taschenrechner

Du möchtest ein Restaurant eröffnen oder die Buchhaltung deines Gastrobetriebes selbst in die Hand nehmen? Dann solltest du dich möglichst früh mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Welche Steuern und Abgaben du in der Gastronomie in Deutschland zahlen musst und wie eine umsichtige Planung auch das Erstellen der jährlichen Steuererklärung vereinfacht, erfährst du hier. Mit den richtigen Steuertricks kannst du bares Geld sparen – wir zeigen dir, wie!

Inhalt

 

Gastro-Steuern: Diese Abgaben kommen auf dich zu

Eigenes Restaurant inklusive Bewirtung vor Ort oder Take-Away mit Lieferservice? Die Art deines gastronomischen Betriebes entscheidet darüber, wie hoch deine Umsatzsteuer ausfällt. Doch neben der Umsatzsteuer auf Speisen, Getränke und Dienstleistung gibt es eine Reihe weiterer Abgaben, die du je nach Rechtsform, jährlichen Einnahmen, Ort und Beschäftigtenzahl an das Finanzamt abführen musst. Dazu zählen:

  • Gewerbesteuer
  • Einkommenssteuer oder Körperschaftssteuer
  • Lohnsteuer
  • Pauschalbeträge für Sachentnahmen

Die Berücksichtigung der Steuerlast ist auch wesentlicher Teil des Business Plans. Was du noch bei der Erstellung eines Geschäftsplans beachten musst, erfährst du in unserem Blogartikel: Businessplan für die Gastronomie erstellen.

Besteuerung in der Gastronomie – Schritt für Schritt erklärt

Wie alle Unternehmer unterliegen Gastronomen und Gastronominnen bestimmten steuerlichen Pflichten und Rechten. Damit du von Beginn an die richtigen Entscheidungen triffst, solltest du dich möglichst noch vor der Existenzgründung über die geltenden Vorgaben informieren. Wenn du als Einzelunternehmer bzw. -unternehmerin oder Personengesellschaft agierst, kannst du in der Gastronomie beispielsweise einen Gewerbesteuer-Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro pro Jahr geltend machen (Stand 2022).

 

Die wichtigsten Gastronomie-Steuern

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer in der Gastronomie wird von der Stadt oder Gemeinde erhoben, in der sich dein Gastronomiebetrieb befindet. Die Höhe der Besteuerung ergibt sich aus deinem ermittelten Jahresgewinn, der mit der deutschlandweit einheitlichen Steuermesszahl (3,5 Prozent) multipliziert wird. Der Gewerbesteuerhebesatz variiert von Ort zu Ort. Nähere Informationen dazu findest du auf der Homepage deiner Gemeinde.

Mit dieser Formel kannst du die Gewerbesteuer ganz einfach selbst berechnen:
(Gewinn – Freibetrag) x 3,5% x Hebesatz = Gewerbesteuer

Einen steuerlichen Vorteil genießt du, wenn du als Einzelunternehmer oder Personengesellschaft tätig bist. In diesem Fall kannst du vom jährlichen Gewerbeertrag einen Freibetrag von 24.500 Euro abziehen. Bei Unklarheiten solltest du eine kompetente Steuerberatung hinzuziehen.

Umsatzsteuer

Als Betreiber oder Betreiberin eines Gastronomiegewerbes bist du verpflichtet, Umsatzsteuer auf die veräußerten Speisen, Getränke und Dienstleistungen zu erheben. Dabei variieren die Steuersätze in Deutschland zwischen 7 Prozent und 19 Prozent. Die Antwort auf die Frage, wie viel Umsatzsteuer wofür abfällt, erscheint manchmal auf den ersten Blick nicht ganz klar.

So greift bei Restaurants mit Sitzplätzen der 19-prozentige und bei Imbissen, die ausschließlich Speisen zum Mitnehmen anbieten, der 7-prozentige Steuersatz. Die vor Ort angebotene Dienstleistung macht hier den kleinen, aber feinen Unterschied.

Daher spielt es zum Beispiel bei Fast-Food-Restaurants eine Rolle, ob man die Speisen und Getränke im Restaurant verzehrt oder mitnimmt. Für Essen vor Ort werden 19 Prozent Umsatzsteuer fällig, „to go“ nur 7 Prozent. Die Frage: „Zum hier Essen oder zum Mitnehmen?“ mögen manche Gäste zwar als nervig empfinden, für Betreiberinnen und Betreiber ist sie aber wichtig, damit die Abrechnung gegenüber dem Finanzamt korrekt erfolgen kann.

Luxusspeisen wie Hummer oder Kaffee werden mit 19 Prozent besteuert. Leitungswasser und Milch hingegen mit nur 7 Prozent. Ein typisches Beispiel zum Schmunzeln sind Kaffee-Mix-Getränke, die zu mindestens 75 Prozent aus Milch bestehen. Latte Macchiato, Milchkaffee, Cappuccino und Co. kannst du, sofern die Rezeptur passt, also zum 7-prozentigen Umsatzsteuersatz anbieten – vorausgesetzt, sie werden zum Mitnehmen bestellt.

Gut zu wissen: Aufgrund der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen gilt seit dem 1. Juli 2020 eine Steuererleichterung für die Gastronomie. Statt der üblichen 19 Prozent fallen auf sämtliche Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen bis vorerst Ende 2022 nur 7 Prozent Umsatzsteuer an.

Umsatzsteuer zahlst du durch die Umsatzsteuervoranmeldung im monatlichen Turnus an das Finanzamt.

Einkommenssteuer

Wie bei jedem Einzelunternehmen und jeder Personengesellschaft fallen auch in der Gastronomie Einkommenssteuern an. Diese ermittelst du im Rahmen der persönlichen Steuererklärung: Je größer der Gewinn deines Restaurants, desto höher die Steuern. Den jährlichen Gewinn dokumentierst du mithilfe einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Seit 2022 liegt der vom Gewinn abzuziehende Einkommenssteuer-Grundfreibetrag bei 9.984 Euro für Ledige und 19.968 Euro für Ehepaare.

Körperschaftssteuer

Körperschaftssteuer zahlst du nur, wenn es sich bei der Rechtsform deines Gastronomiebetriebes um eine Kapitalgesellschaft handelt. Für den aufgrund deiner Bilanzen ermittelten Gewinn zahlst du 15 Prozent Körperschaftssteuer plus Solidaritätszuschlag. Die entsprechenden Abgaben sind quartalsweise zu leisten. Stichtage sind der 10. März, der 10. Juni, der 10. September und der 10. Dezember.

Lohnsteuer

Falls du Mitarbeiter in deinem Restaurant beschäftigst, bist du dazu verpflichtet, Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer an das Finanzamt abzuführen. Die Lohnsteuer wird monatlich mit der Gehaltszahlung abgeführt. Der bis 2021 noch fällige Solidaritätszuschlag gilt nur noch für Angestellte mit einer Lohnsteuer von 16.956 Euro (Singles) pro Jahr, in der Gastronomie spielt er daher in der Regel keine Rolle mehr.

Pauschalbeträge für Sachentnahmen

Gastronomen nehmen ihre Mahlzeiten im eigenen Betrieb ein – zumindest aus Sicht der Finanzbehörden scheint das so gut wie selbstverständlich zu sein. Deshalb fällt pro Jahr ein vom Statistischen Bundesamt errechneter Pauschalbetrag für Sachentnahmen an. Die Höhe des Betrages richtet sich auch nach der Art deines Gastronomiebetriebes. Nur durch eine penibel genaue Buchführung kannst du nachweisen, dass du die pauschalen Regelsätze unterschreitest.

Gewerbezweig
Ermäßigter Steuersatz Voller Steuersatz Insgesamt
Gaststätten aller Art
a) mit Abgabe von kalten Speisen 1.521 € 588 € 2.109 €
b) mit Abgabe von kalten und warmen Speisen 2.646 € 755 € 3.401 €
Café und Konditorei 1.342 € 550 € 1.892 €

Jahreswert für eine Person ohne Umsatzsteuer 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Sonstige Steuern

Für alkoholische Getränke fallen ebenfalls Steuern an: die Alkoholsteuer – bis 2017 „Branntweinsteuer“ genannt – wird für Spirituosen fällig, dazu kommen Steuern für Bier und Schaumwein. (Ausnahme: Für Wein wird keine Steuer fällig.) Dabei handelt es sich um Verbrauchssteuern bzw. indirekte Steuern. Diese müssen vom Hersteller bezahlt werden, die Kosten fließen aber natürlich in deren Kalkulation mit ein. Wie die Umsatzsteuer werden Steuern auf alkoholische Getränke letztendlich von deinen Gästen bezahlt.

 

Auf einen Blick: Die wichtigsten Steuerfristen

Steuerart Frist
Gewerbesteuer Quartalsweise zum 15. Februar / 15. Mai / 15. August / 15. November fällig

Gewerbesteuererklärung (für Vorjahr): 31. Juli

Körperschaftssteuer Quartalsweise zum 10. März / 10. Juni / 10. September / 10. Dezember fällig

Körperschaftssteuererklärung (für Vorjahr): 31. Juli

Umsatzsteuer Bis 7.500 Euro Umsatz: Quartalsweise zum 10. Januar / 10. April / 10. Juli / 10. Oktober fällig

Über 7.500 Euro Umsatz: monatlich zum 10. des Folgemonats

Umsatzsteuererklärung (für Vorjahr): 31. Juli

 

So halten sich Gewinne und Steuern im Gastro-Gewerbe die Waage

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