PPWR Gastronomie: Was die neue EU-Verpackungsverordnung ab 2026 verändert

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26 Juni 2026
Lesezeit 8 Min

Die PPWR bringt neue EU-weite Vorgaben für Verpackungen, Verpackungsabfälle und Mehrwegprozesse. Für Gastronomiebetriebe wird sie vor allem dann relevant, wenn Speisen oder Getränke zum Mitnehmen, per Lieferung oder im Catering angeboten werden. In diesem Beitrag erfährst du, was ab 2026 wichtig wird und wie du deinen Betrieb rechtzeitig vorbereitest.

Blog Hero PPWR Verpackungsgesetz

Was ist die PPWR?

PPWR steht für Packaging and Packaging Waste Regulation. Gemeint ist die neue EU-Verpackungsverordnung. Sie soll Verpackungen und Verpackungsabfälle in der Europäischen Union einheitlicher regeln und die bisherigen europäischen Vorgaben schrittweise ablösen.

Das Ziel: Verpackungen sollen weniger Abfall verursachen, besser recycelbar sein und stärker wiederverwendet werden. Damit rückt nicht nur die Verpackung selbst in den Fokus, sondern auch die Frage, wie viel Verpackung wirklich nötig ist.

Für die Gastronomie betrifft das vor allem Verpackungen für Take-away, Delivery, Catering, Portionsware und Getränke. Also alles, was deine Gäste außerhalb des Betriebs mitnehmen oder geliefert bekommen.

Wichtig ist: Die PPWR richtet sich nicht nur an Verpackungshersteller. Je nach Rolle in der Lieferkette können auch Betriebe betroffen sein, die Verpackungen einkaufen, befüllen, weitergeben, importieren oder unter eigener Marke nutzen.

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Wichtig: Dieser Artikel gibt dir eine redaktionelle Orientierung. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Prüfe bei Unsicherheiten deine konkrete Rolle in der Lieferkette und hole fachliche Beratung ein.

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Ab wann gilt die PPWR?

Die PPWR ist im Februar 2025 in Kraft getreten. Viele zentrale Vorgaben sollen nach einer Übergangsfrist ab August 2026 angewendet werden. Einzelne Pflichten greifen später, etwa bestimmte Kennzeichnungsvorgaben oder Verbote für konkrete Verpackungsformate.

Für deinen Betrieb ist deshalb nicht nur ein Datum relevant. Sinnvoller ist ein Zeitplan, der die wichtigsten Fristen zusammenfasst:

  • 11. Februar 2025: Die PPWR ist in Kraft getreten.
  • 12. August 2026: Viele Regelungen werden anwendbar. Gastronomiebetriebe sollten bis dahin Verpackungen, Lieferketten und interne Prozesse geprüft haben.
  • 12. Februar 2027: Endvertreiber im Gastgewerbe, die heiße oder kalte Getränke oder fertig zubereitete Lebensmittel in Take-away-Verpackungen anbieten, müssen ein System vorsehen, bei dem Gäste eigene Behältnisse zum Befüllen mitbringen können.
  • 12. Februar 2028: Gastronomiebetriebe, die heiße oder kalte Getränke oder fertig zubereitete Lebensmittel in Take-away-Verpackungen anbieten, müssen Gästen eine wiederverwendbare Verpackungsoption innerhalb eines Wiederverwendungssystems anbieten.
  • August 2028: Erste harmonisierte Kennzeichnungsvorgaben werden relevant.
  • Januar 2030: Bestimmte Verpackungsformate dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Dazu zählen auch einige Einwegkunststoffverpackungen, die für das Gastgewerbe relevant sein können.

Plane also nicht erst kurz vor August 2026. Viele Änderungen betreffen Einkauf, Lieferantenkommunikation, Speisekartenplanung, Lagerhaltung, Serviceabläufe und Gästekommunikation.

Was unterscheidet die PPWR von der Mehrwegpflicht?

Die Mehrwegpflicht ist vielen Gastronomiebetrieben bereits bekannt. Seit 2023 müssen viele Betriebe, die Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten, unter bestimmten Voraussetzungen auch Mehrwegalternativen bereitstellen.

Die PPWR geht darüber hinaus. Sie ist eine EU-Verordnung und betrachtet Verpackungen umfassender. Es geht nicht nur darum, ob du eine Mehrwegalternative anbietest. Es geht auch um Recyclingfähigkeit, Verpackungsminimierung, Kennzeichnung, Wiederverwendung und bestimmte Verbote.

Kurz gesagt:

  • Die Mehrwegpflicht fragt: Bietest du für bestimmte To-go-Verpackungen eine Mehrwegalternative an?
  • Die PPWR fragt zusätzlich: Ist die Verpackung nötig, angemessen, recyclingfähig, korrekt gekennzeichnet und langfristig zulässig?

Wenn du dich bereits mit Mehrweg beschäftigt hast, hast du also einen guten Startpunkt. Trotzdem solltest du die PPWR nicht als reine Wiederholung der bestehenden Regeln verstehen. Sie erweitert den Blick auf dein gesamtes Verpackungssystem.

Warum die PPWR für Gastronomiebetriebe wichtig ist

Verpackungen sind in vielen Gastronomiebetrieben längst Teil des Geschäftsmodells. To-go-Kaffee, Liefergerichte, Streetfood, Cateringboxen, Saucenportionen oder Dessertbecher: Ohne passende Verpackungen funktioniert der Alltag oft nicht.

Genau deshalb kann die PPWR Auswirkungen auf Kosten, Abläufe und Angebot haben. Wenn bestimmte Verpackungen nicht mehr zulässig sind oder neue Anforderungen erfüllen müssen, brauchst du Alternativen, die zu Küche, Service und Kalkulation passen.

Besonders betroffen sind Betriebe mit:

  • Take-away-Angebot: zum Beispiel Cafés, Bäckereien, Imbisse, Food Trucks und Schnellrestaurants.
  • Liefergeschäft: etwa Restaurants mit eigener Auslieferung oder externer Delivery-Anbindung.
  • Catering: vor allem bei Buffets, Lunchboxen, Eventverpflegung und Portionsware.
  • stark standardisierten Abläufen: zum Beispiel Betriebe mit vielen Einwegbechern, Menüschalen, Portionsverpackungen oder Einwegbesteck.

Auch dein Nachhaltigkeitsprofil spielt eine Rolle. Wer Verpackungen reduziert, Mehrweg klar organisiert und Gäste transparent informiert, stärkt nicht nur die rechtliche Vorbereitung.

Diese Verpackungen solltest du jetzt prüfen

Der erste praktische Schritt ist eine Verpackungsinventur. Sammle alle Verpackungen, die du im Betrieb einsetzt, und ordne sie nach Material, Zweck und Menge. So erkennst du schnell, wo Handlungsbedarf entstehen kann.

To-go- und Lieferverpackungen

Prüfe Schalen, Boxen, Becher, Deckel, Tragetaschen, Folien und Menüverpackungen. Wichtig sind Material, Recyclingfähigkeit, Kunststoffanteil und Lieferantennachweise.

Frage deine Lieferanten, ob die Produkte auf die PPWR vorbereitet sind und welche Dokumente sie bereitstellen können. Lass dir nicht nur allgemeine Nachhaltigkeitsaussagen geben, sondern konkrete Informationen zu Material, Recyclingfähigkeit und geplanten Umstellungen.

Wenn du Lieferungen stark ausbauen möchtest, denke Verpackung und Prozesse gemeinsam. Eine digitale Bestellübersicht, klare Küchenabläufe und eine gute Abholung helfen, Verpackungsfehler zu vermeiden. Lösungen wie DISH Premium können dich dabei unterstützen, Reservierungen und Bestellungen besser zu organisieren.

Portionsverpackungen und Einwegartikel

Besonders sensibel sind kleine Portionsverpackungen. Dazu zählen zum Beispiel Einzelportionen für Zucker, Kaffeesahne, Saucen, Gewürze oder Dressings. Für bestimmte Einwegkunststoffverpackungen im Gastgewerbe sind ab 2030 Verbote vorgesehen.

Prüfe deshalb, wo du Portionsware wirklich brauchst. In vielen Fällen können Spender, Mehrwegbehälter, Ausgabe durch das Team oder größere Gebinde sinnvoller sein.

Beachte dabei immer Hygiene, Allergeninformation und Lebensmittelsicherheit.

Verpackungen für den Verzehr vor Ort

Einwegkunststoffverpackungen für Lebensmittel und Getränke, die vor Ort im Gastgewerbe verzehrt werden, stehen ebenfalls im Fokus der kommenden Beschränkungen. Das betrifft vor allem Betriebe, die auch im Innenbereich oder auf der Terrasse häufig mit Einwegverpackungen arbeiten.

Überlege, ob du vor Ort konsequenter auf Mehrweg, Porzellan, Glas oder andere wiederverwendbare Lösungen umstellen kannst. Das senkt Abfallmengen und kann langfristig Kosten reduzieren, wenn Abläufe und Spülkapazitäten passen.

Transport- und Lieferverpackungen

Nicht nur die Verpackung für Gäste zählt. Auch Transportverpackungen können relevant werden. Dazu gehören Kartons, Folien, Umverpackungen oder Schutzmaterialien, die du von Lieferanten erhältst.

Sprich mit deinen Lieferanten darüber, ob Verpackungen reduziert, gebündelt oder wiederverwendet werden können. Gerade bei regelmäßigen Lieferungen lohnt sich dieser Blick. Weniger Verpackung bedeutet oft weniger Entsorgungsaufwand im Betrieb.

Welche Anforderungen können auf deinen Betrieb zukommen?

Welche Pflichten konkret gelten, hängt von deiner Rolle ab. Ein kleiner Cafébetrieb, der fertige Becher einkauft und befüllt, steht anders da als ein Unternehmen, das Verpackungen importiert, unter eigener Marke vertreibt oder in mehreren EU-Ländern ausliefert.

Die PPWR arbeitet mit Pflichten für verschiedene Wirtschaftsakteure. Dazu zählen unter anderem Erzeuger, Importeure, Vertreiber und weitere Beteiligte entlang der Verpackungskette. Auch wer Verpackungen nicht selbst produziert, kann in bestimmten Konstellationen Pflichten haben.

Für Gastronomiebetriebe sind vor allem diese Punkte relevant:

  • Recyclingfähigkeit: Verpackungen sollen so gestaltet sein, dass sie für Recyclingprozesse geeignet sind. Frage deshalb gezielt nach recyclingfähigen Verpackungen und vermeide unnötig komplexe Materialmischungen.
  • Verpackungsminimierung: Übermäßiges Material, unnötiges Volumen und zu viel Leerraum sollen reduziert werden. Prüfe, ob Boxen, Becher oder Tragetaschen wirklich zur Portionsgröße passen.
  • Kennzeichnung: Künftig sollen Verpackungen klarere Informationen enthalten, etwa zur Materialzusammensetzung und Entsorgung. Für deinen Betrieb ist wichtig, dass Lieferanten rechtzeitig passende Verpackungen bereitstellen.
  • Mehrweg und Wiederverwendung: Wiederverwendbare Verpackungen müssen als solche erkennbar sein und in passende Systeme eingebunden werden. Das betrifft Ausgabe, Rücknahme, Reinigung und Kommunikation.
  • Dokumentation und Lieferantennachweise: Betriebe sollten nachvollziehen können, welche Verpackungen sie nutzen und welche Eigenschaften diese haben. Eine einfache Verpackungsliste kann bereits helfen.

Tipp: Lege eine digitale Verpackungsliste an. Erfasse Produktname, Lieferant, Material, Einsatzbereich, Bestellmenge und mögliche Alternative. So kannst du schneller reagieren, wenn sich Vorgaben oder Lieferanteninformationen ändern.

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PPWR-Checkliste für die Gastronomie

Mit einer strukturierten Vorbereitung vermeidest du kurzfristige Umstellungen. Nutze die folgende Checkliste als Startpunkt für deinen Betrieb.

  1. Verpackungen erfassen: Liste alle Becher, Deckel, Schalen, Boxen, Tüten, Folien, Portionsverpackungen und Transportverpackungen auf.
  2. Materialien prüfen: Notiere, ob Papier, Pappe, Kunststoff, Verbundmaterial, Aluminium, Glas oder andere Materialien eingesetzt werden.
  3. Mengen bewerten: Prüfe, welche Verpackungen du besonders häufig nutzt. Dort lohnt sich eine Umstellung zuerst.
  4. Mengen bewerten: Markiere die fünf meistgenutzten Verpackungen. Dort haben Materialwechsel, Mehrwegtests oder kleinere Verpackungsgrößen den größten Effekt.
  5. Lieferanten ansprechen: Fordere Materialdaten, Recyclinginformationen und geplante PPWR-Umstellungen an.
  6. Einwegkunststoff reduzieren: Identifiziere Verpackungen, die perspektivisch riskant sind, und teste Alternativen.
  7. Mehrwegprozesse bewerten: Kläre, wo Gäste Behälter zurückgeben können, wer sie reinigt, wie Pfand oder Verlust verbucht wird und wie dein Team mit beschädigten Behältern umgeht.
  8. Speisekarte anpassen: Überlege, welche Gerichte sich gut verpacken lassen und bei welchen Speisen Verpackung, Qualität oder Transport problematisch sind.
  9. Kosten neu kalkulieren: Berücksichtige Verpackungskosten, Mehrwegverluste, Spülaufwand und mögliche Preisänderungen.
  10. Team schulen: Erkläre, welche Verpackung wann genutzt wird, wie Mehrweg ausgegeben wird und wie Gäste informiert werden.
  11. Gäste informieren: Nutze Hinweise auf der Speisekarte, am Tresen, auf deiner Website oder per QR-Code.
  12. Digitale Abläufe nutzen: Wenn Bestellungen, Zahlungen und Auswertungen digital laufen, erkennst du besser, welche Verpackungen oft gebraucht werden. Ein modernes Kassensystem für die Gastronomie kann solche Auswertungen erleichtern.
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Beispiel: Ein Café mit vielen To-go-Heißgetränken sollte zuerst Becher, Deckel, Rührstäbchen und Zuckerportionen prüfen. Danach folgen Abläufe für mitgebrachte Becher, eine Mehrwegbecher-Option, klare Hinweise am Tresen und eine kurze Teamregel, wann ein mitgebrachter Behälter abgelehnt werden muss.

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Fazit

Die PPWR ist keine reine Mehrweg-Ergänzung, sondern ein neuer Rahmen für Verpackungen in der EU. Für Gastronomiebetriebe bedeutet das: Verpackungen müssen künftig stärker nach Material, Zweck, Recyclingfähigkeit, Menge und Wiederverwendung bewertet werden.

Beginne mit einer Verpackungsinventur, sprich mit deinen Lieferanten und teste frühzeitig Alternativen. Besonders wichtig sind To-go-Verpackungen, Lieferverpackungen, Portionsware und Einwegkunststoffartikel.

So vermeidest du Zeitdruck, schützt deine Abläufe und kannst Veränderungen aktiv kommunizieren. Prüfe außerdem, wie digitale Tools dich bei Bestellungen, Website-Informationen und Auswertungen unterstützen können. Damit bleibt dein Betrieb auch bei neuen Verpackungsregeln handlungsfähig.

FAQ

Gilt die PPWR auch für kleine Gastronomiebetriebe?

Ja, die PPWR kann auch kleinere Betriebe betreffen, wenn sie Verpackungen nutzen, befüllen oder in Verkehr bringen. Welche Pflichten konkret gelten, hängt aber von Rolle, Verpackungsart und Geschäftsmodell ab.

Muss ich ab August 2026 alle Verpackungen austauschen?

Nicht automatisch. Viele Vorgaben gelten stufenweise und hängen von der konkreten Verpackung ab. Trotzdem solltest du früh prüfen, welche Verpackungen problematisch werden könnten und welche Alternativen verfügbar sind.

Sind Papierverpackungen immer die bessere Wahl?

Nicht unbedingt. Entscheidend sind Materialeinsatz, Beschichtung, Recyclingfähigkeit, Lebensmittelsicherheit und tatsächliche Nutzung. Beschichtete Verbundverpackungen können im Recycling schwieriger sein als gut recycelbare Monomaterialien.

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